Dienstag, 28. Juni 2011

Meine American Fifties




Seitdem ich ein 14-jähriges Mädchen war, habe ich mich bei Nachmittags-Elvis-Filmen immer wieder hinein geträumt in die große Zeit des Rock´n Roll - in die amerikanischen 50er Jahre. Ich habe mir damals gewünscht einen Abend lang in das Leben eines amerikanischen Teenies hineinzuschlüpfen. Mein Freund, natürlich mit klebriger Wachs-Tolle und cooler Lederjacke, sollte mich und mein rotes Petticoat-Kleid mit weißen Tupfen von zu Hause abholen. Dort auf Drängen meines strengen Vaters versprechen mich um 24 Uhr wieder heim zu bringen und anschließend mit mir in seinem rosa Cadillac ins Autokino zu fahren und den neuesten Jamens Dean oder Marilyn Monroe-Film anzusehen.

In den USA ist mein Traum in den letzten Wochen einige Male in Erfüllung gegangen. Ich bin hier öfter mit den 50er-Jahren in Berührung gekommen, als Elvis "Love me tender" auf der Bühne gesungen hat.


Viele, oft zufällige, Begegnungen haben mir geholfen, dass die 50er Jahre für mich an Gestalt angenommen haben. Wie zum Beispiel die Entdeckung von einem American Diner, so wie ich es mir immer vorgestellt habe. Vor Jahren habe ich mich Im Film "Forever Young" in das klassische American-Diner der 50er-Jahre verliebt. Drei Tage vor unserer Entdeckung habe ich Richy lustigerweise davon erzählt und dass für dieses Diner ein Eisenbahnwaggon umgebaut wurde. Und tatäschlich. Wir denken uns nichts bei einer der vielen Fahrten auf der "Route 1" durch die putzige Kleinstadt Oceano, Kalifornien. Plötzlich fahren wir an diesem Eisenbahnwaggon mit Aufschrift "Rock & Roll Diner" vorbei. Hier und gerade jetzt? Ich konnte es nicht fassen und war ganz aufgeregt. Obwohl wir schon gefrühstückt hatten, haben wir umgedreht und mussten uns ganz klassisch Pancakes und Milchshakes bestellen…im ersten American-Diner meines Lebens. 




Endlich James Dean getroffen :o) 








Ein paar Meilen weiter südlich konnte ich mich durch eine alte "Drive-In-Theater"-Leinwand in "meine" Autokino-Zeit hineinfühlen. Ich glaube die Menschen um mich herum haben sich alle gefragt, warum ich diese rostige, völlig heruntergekommene Leinwand fotografiere. Aber ich bin völlig hin und weg und träume wie ich in dem rosa Caddy in der Autoschlange vor dem Kartenverkauf stehe, während meine Freundinnen mich entdecken und auf mich zustürmen, um mein neues rotes Kleid, natürlich mit weißen Tupfen, zu bewundern. Auch das macht die Autokino-Kultur aus. Zu gerne hätte ich die Leinwand entrostet und wieder zum Leben erweckt. Da das nicht möglich ist, tröste ich mich mit der Hoffnung noch ein intaktes Autokino zu finden. Muss doch möglich sein, 400 solls in den gesamten Vereinigten Staaten noch geben. Nur noch 400 von über 4000 Stück in den 50er Jahren. 



In Las Vegas, vor gut einer Woche, hat sich ein weiteres Puzzlestück dazu gesellt. Ich konnte im "Betty Page"-Shop zwei richtige 50er-Kleider anprobieren. Ein Laden, der ausschließlich dieser Dekade nachempfundene Kleider verkauft. Leider keines mit Tupfen, aber immerhin mit Petticoat. Wie findet ihr sie?









Das ultimative "50er-Erlebnis" hatte ich jedoch erst gestern. Richy und ich, wir sind auf den Spuren von James Dean & Co. gewandelt, indem wir ein Stück der historischen, "Route 66" gefahren sind. Das war so wunderbar. Wir fuhren in Arizona durch eine wieder völlig neue unglaubliche Berg-Wüsten-Landschaft, bei der Du nicht ahnst, dass da jemand lebt. Doch plötzlich führt die Straße in ein kleines Dorf, dass von etlichen Motels gesäumt wird. Motels, die durch ihre originalen Werbeschilder genauso anmuten wie ich es aus all den alten Filmen kenne. Wir kamen noch an ein zwei original 50´s-Dinern vorbei und hielten für unbedingt besuchenswerte Souvenir-Shops an. Stundenlang hätte ich dort historische oder auch weniger historische Blechschilder, Betty-Boop-Magnete und kultige Coca Cola-Artikel für zu Hause erstöbern können. Ach wie schade, dass mein Reiserucksack nicht so viel aufnimmt wie Hermines Handtasche in "Harry Potter". 

So ein Foto kann man nur hier machen...
...auf der "Route 66"...
...wo alte Corvettes einfach so rumstehen...
...genauso wie uralte Zapfsäulen,
...rosane Edsel...
...und es die geilsten Blechschilder
der Welt zu kaufen gibt.
Alle vereint, Elvis, James Dean
und meine Betty Boop.



Während der Fahrt auf der
legendären "Route 66"
Eure Doreen, die ihr letztes Stückchen 50´s zu Hause sucht…was Richy wohl zu einem Rock´n-Roll-Kurs sagt? 


Ein Laden namens "Art of Music", in dem sie
lauter Originalunterschriften von
Stars wie Albert Einstein, Jamens Dean,
Elvis und, für die ganz Harten
Metallica und Van Halen, verkaufen.
Gefunden in den "Miracle Mile Shops"
im Planet Hollywood in Las Vegas. 

Für Cola-Fans wie mich ein Traum.
Der "Coca Cola-Shop" direkt am "Strip"
in Las Vegas.



Kommentare:

  1. Doreen,
    zuerst einmal: die beiden Kleider sehen hammermäßig aus. Das ist genau Dein Stil - wenn auch ohne Polka Dots. :-)

    Während dem Lesen Deines Blogposts hab ich richtig gemerkt, wie sehr Dir dies Spaß gemacht hat. Die Freude ist direkt aus Deinen Zeilen rauszulesen.
    Das hört sich für mich alles so unwirklich an. Als wäre es eben in einem Film...

    Und wenn Du wieder daheim bist, dann fahren wir ins Autokino. :-)
    Gut, vielleicht nicht sofort (weils im Winter ohne Standheizung doch a bisserl kalt sein könnte), aber bald...
    <3

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  2. Sabinchen!

    Danke für die Blumen ;o) Aber ob ich mich in Deutschland trauen würde solche Kleider anzuziehen? Ich weiß nicht...

    Ich habe mich auch wie im Film gefühlt, als ich das alles erlebt habe, vor allem die Route 66. Wo gibt´s denn sowas noch? Nur in den USA...von denen ich mich nun verabschieden muss :o( Heute gehts weiter nach Tokio...

    Aber ich kann mich schon auf´s Autokino freuen! Das wird schön!

    1000 Bussis
    Doreen

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  3. Ich wünsch' Euch weiterhin ne gute Reise und einen guten Flug!
    Viel Spaß in Asien und ein Halbzeit-Bussi für meine liebe Doreen!

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  4. Danke, Tokio war schonmal super. An Hongkong versuche ich mich gerade zu gewöhnen.

    Halbzeit, da hast recht. Ist das halbe Jahr nicht schnell vergangen?

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